Das La Bohème behauptet von sich selbst das kulinarische Wohnzimmer Schwabings zu sein. Ich wurde vor ein paar Wochen eingeladen, um mir einen Eindruck vom Restaurant zu machen. Schon seit einem Jahr begeistert das modern gestaltete Restaurante in den alten Räumen der Metro seine Gäste mit einer kreativen Küche. Es soll ein schickes, aber ungezwungenes Restaurant sein, mittags trifft man sich dort zum Lunch, nachmittags tratschen Mütter ihren Latte Macchiato und abends treffen sich Krawattenträger für ein Geschäftsdinner oder Freunde für einen gemütlichen Abend. Und das Konzept geht auf. Holz und Kupfer bestimmen das Design, hohe Wände und eine angenehme Lichtgestaltung runden die gemütliche und trotzdem schicke Atmosphäre ab. Nicht zu schick oder nobel, sondern immernoch bodenständig, mir hat es sehr gut gefallen.

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Der Name ist nicht zufällig gewählt, im Münchner Stadtviertel Schwabing gab es auch eine Hochzeit der Bohème. Man sah Schwabing nicht als einen Stadtteil oder Ort an, sondern als ein Lebensgefühl. Künstlerisch geprägt, nicht der Norm entsprechend, eben ein ganz besonderes Lebensgefühl. Restaurants waren damals die zweite Heimat. Das passt perfekt zum Neubaugebiet „Schwabinger Tor“, das Quartier soll den Stadtteil erweitern und den alten Charme der Boéme Zeit zurück bringen. Das gesamte Gebiet soll 2017 fertig gestellt werden. Gekocht wird deutsch-französisch im Stil einer Brasserie, was so viel bedeutet wie eine Kombination aus Bar/Café und Restaurant.

Der Service war freundlich, aber nicht aufdringlich. Mir ist das bei einem Restaurantbesuch sehr wichtig. Ich möchte eine gewisse Aufmerksamkeit bekommen, leere Gläser müssen für sich sprechen und doch sollte der Kellner/die Kellnerin nicht zu sehr im Mittelpunkt stehen. In guten Restaurants versteht man sich auf einen dezenten Service, so dass man sich umsorgt und rundum wohl fühlt.

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Quelle: Mplus Agentur UG

Sonntags gibt es einen Brunch: 10:30 – 15:00 Uhr   19,00 € pro Person

Unter der Woche ist ab mittags durchgängig geöffnet. Zum Lunch stehen jede Woche und täglich andere Gerichte auf der Karte. Beispielsweise Gemüselasagne, Wiener Schnitzel und gebratenes Fischfilet. Am Nachmittag erwartet einen dann eine kleine, aber feine Bistrokarte mit Flammkuchen, Ofenbroten, Salaten und wenn es etwas extravagantes sein soll auch Austern. Die Abendkarte ist sehr vielseitig, für jeden etwas dabei. Preislich ist es nicht günstig, aber trotzdem angemessen, ich finde, dass Preis-Leistung hier stimmen.

Mich hat besonders die Leidenschaft von Michael Urban, dem Geschäftsführer, begeistert. Er sammelte während seiner Kochausbildung viel Erfahrungen in Sternerestaurants. Das Konzept stammt von ihm und wurde passend zur Location und dem neuen Konzept des Schwabinger Tors entworfen.


Das 7-Gänge Menüs:

Amuse Bouche
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Schwarzwurzel | Picandou | Herbsttrompeten | Wildkräuter
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Kokos-Madrascurry Suppe | pikantes Garnelentatar | Red Dhofar | Koriander
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Geräuchertes Stunden-Ei | Babyspinat | Nussbutterhollondaise | Schwarzer Trüffel
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Meeräsche | Perlgraupenrisotto | Champagnerschaum
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Rinderfilet |Bohnenbündchen |Macaire-Kartoffeln | Demi-Clace
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Mi-Cuit au Chocolot | glacierte Kirschen | Tonkabohneneis


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Jeder Gang wurde mit einem dazu passenden Wein abgerundet. Michael Urban erklärte uns jedes Gericht und warum welcher Wein ausgewählt wurde. Zwischen den Gängen erzählte er von seinem beeindruckenden Werdegang und seinen Erfahrungen.

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Es war ein fantastischer Abend. Nicht nur ein, sondern mehrere kulinarische Höhpunkte und ich lernte einen Geschäftsführer kennen, dessen Begeisterung für sein Restaurant auf mich übergeschwappt ist. Ich war sicher nicht zum letzten Mal im La Bohéme, das steht fest!

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