Meine Kenia Reise im Oktober war unvergesslich! Während meinem Studium war ich bereits für ein halbes Jahr in Südafrika. In der Nähe von Kapstadt arbeitete ich in einem kleinen Guest House. Daher war Afrika für mich nichts Neues. Und ich war glaube ich auch nicht so aufgeregt wie meine Begleitung, was nicht bedeutet, dass ich mich auf die Reise nicht gefreut hatte! Ich hätte mir jedoch nicht erträumt, dass mich diese Reise so begeistern wird, wie sie es letztendlich dann getan hat. In Kenia und vor allem seine Menschen kann man sich nur verlieben! Alle waren mehr als zuvorkommend, freundlich und das was mich am meisten beeindruckt hat war ihr fröhliches und positives Wesen. Das wovon wir Europäer uns eine Scheibe abschneiden sollten. Die Menschen in Kenia haben nicht viel, aber trotzdem strahlen sie eine Zufriedenheit und Wärme aus, die ich jeden Tag schon in der U-Bahn zur Arbeit vermisse.

Hier erstmal mein REISEVERLAUF:

München – Mombasa mit Condor
1 Nacht Severin Sea Lodge in Mombasa
1 Nacht Shimba Hills Lodge
3 Nächte Severin Sea Lodge in Mombasa
2 Nächte Severin Safari Camp
2 Nächte Severin Sea Lodge in Mombasa
Mombasa – Sansibar – München mit Condor

Ich bin weniger der Strand- und Entspannungstyp, deshalb war diese Kombination aus Strandhotel und Safaris genau das Richtige für mich. Da blieb wirklich keine Zeit für Langeweile!


KENIA

MOMBASA

 

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Die SEVERIN SEA LODGE liegt ca. 1 Stunde entfernt vom Flughafen Mombasa und vor den Toren der Stadt – direkt am indischen Ozean, am Strandabschnitt Bamburi Beach. Die ganze Anlage ist im traiditionell afrikanischen Stil errichtet, es ist eine weitläufige Anlage mit vielen Grünflächen. Man sollte wissen, dass es schon seit den 70er existiert und unter deutscher Leitung ist. Daher ist es sicher ein wenig in die Jahre gekommen, dennoch aber sehr sauber und natürlich ist es sehr beliebt bei deutschen Gästen. Die Einheimischen sagen, dass es das beste Hotel an diesem Strandabschnitt ist und deutsche Touristen hauptsächlich dort absteigen. Auch die Condor Crew wird man hier wieder treffen, denn die Severin Sea Lodge ist das Crew Hotel in Mombasa. Das könnte somit eventuell ein kleiner Minuspunkt sein, oder man sieht es als kleines Unterhaltungsprogramm an. 

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Bamburi Beach Mombasa

In der Anlage verteilen sich einige runde Bungalows und zwei größere Zimmerblöcke. Alle Zimmer haben eine Klimaanlage und eine Minibar. Persönlich fand ich war ausreichend Platz. Angst vor Affen sollte man nicht haben, sie fühlen sich ebenfalls wohl in der Lodge und sind mittlerweile auch sehr frech. Mir wurde vor meinen Augen die Zuckerdose vom Tisch geklaut und auch sonst ist kaum etwas sicher vor ihnen, wenn man nicht besonders gut aufpasst.

Das Hotel liegt direkt am Strand. Von der Turm Bar mit Schaukelbänken hat man zum Sonnenuntergang einen herrlichen Blick auf den Strand und das Meer. Perfekt für einen Sundowner vor dem Abendessen.

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Turm Bar am Strand

SHIMBA HILLS NATIONAL RESERVE

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Shimba Hills National Reserve

Ca. 2 Stunden Autofahrt von der Severin Sea Lodge liegt das Shimba Hills National Reserve. Wir haben einen 2-tägigen Ausflug bereits vorab in Deutschland gebucht. Gegen 11 Uhr wurden wir von einem Fahrer im Hotel abgeholt. Kurz vorm National Reserve stiegen wir dann zu unserem Guide in einen offenen Jeep abgeholt. Dieser Park ist kein besonders tierreicher, landschaftlich aber sehr beeindruckend. Deswegen ist es wohl auch kein Nationalpark, sondern nur ein Naturschutgebiet, das sich auf 193 km² erstreckt. Der rote Sand erinnert sehr an Australien. Der höchste Punkt liegt auf 450 m über dem Meeressiegel, es gibt Urwälder, saftige Wiesen und Hügel mit einer atemberaubenden Aussicht über die Ebene. Ernest Hemingways Roman „Die grünen Hügel Afrikas“ ist dieser beeindruckenden Landschaft gewidmet.

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Shimba Hills National Reserve Lookout

Besonders bekannt ist das Naturreservat für ihre Antilopen, aber auch andere Tiere sind dort zu finden: Elefanten, Büffel, Masai Giraffen, Zebras, Strauße, Affen, Paviane. Trotzdem sollte man nicht der Tiere wegen nach Shimba Hills kommen, das wäre der falsche Anspruch. 

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Shimba Hills National Reserve Antilopen

Ein besonderes Highlight war die Übernachtung in der SHIMBA HILLS LODGE. Mitten im Dschungel entstand vor ca. 30 Jahren ein Hotel komplett als Holz und auf Stelzen gebaut. Es ist alles offen gestaltet, so dass man vom Restaurant und der Bar einen offenen Blick ins Grüne und auf den Teich vor der Lodge hat. Die Zimmer sind mit Strom ausgestattet, eine eigenes Badezimmer gibt es jedoch nicht, das muss man sich auf jeder Etage teilen. Bei der 2-tägigen Tour muss man schon früh fit sein, denn noch vor dem Frühstück bricht man zu einer ersten Pirschfahrt auf. Ich habe die Uhrzeit zuerst verflucht, es hat sich aber mehr als gelohnt, morgens herrscht einfach eine ganz besondere Stimmung. In den Wiesen hängt noch der Tau der Nacht, zwischen den Bäumen lichtet sich der Nebel und die aufgehende Sonne taucht alles in ein warmes Licht. Das sollte man sich nicht entgehen lassen. Danach wartete dann das Frühstück in der Lodge auf uns und wir brachen zu einer letzten Fahrt auf. Es wartete eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall auf uns. Kein wahnsinnig beeindruckender meiner Meinung nach, aber es war eine gelungene Abwechslung, man sitzt doch fast ausschlieißlich im Jeep, verlassen darf man es nur an wenigen ausgeschriebenen Punkten wie Aussichtsplattformen oder Picknickplätzen.

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Shimba Hills Lodge

Mein Tipp für alle, die noch einen Nationalpark in Kenia besichtigen möchten: Shimba Hills ist genau der richtige Einstieg. Hätten wir zuerst einen tierreichen Nationalpark besichtigt, hätte dieser sicherlich im Schatten gestanden, aber so war die Reihenfolge perfekt.


TSAVO WEST NATIONAL PARK

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Tsavo West Nationalpark

Das Highlight der Reise: eine 3-tägige Safari im Tsavo West National Park. Ich muss gestehen, die Anreise ist wirklich eine Tortour, auch wenn ich durch zahlreiche Asienreisen sicherlich einiges kennengelernt habe, diese 7-stündige Fahrt über Schotterpisten und durch rote Staubwolken war das bisher Anstrengendste. Wäre die Autobahn nicht teilweise wegen Umbauarbeiten gesperrt gewesen, dann wäre die Fahrt sicherlich angenehmer, aber für das was ich dann erleben durfte waren die anstrengenden Stunden schnell wieder vergessen.

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Tsavo West Nationalpark

Anders als im Shimba Hills bekamen wir im Tsavo West bereits sehr schnell Tiere zu Gesicht. Zebras und Giraffen zählten definitiv zu den Tieren, die man am häufigsten sah. Fast stellte sich schon eine Art Enttäuschung ein, wenn man „schon wieder nur“ Zebras und Giraffen sah. Aber nur fast… Auch dort gab es rote Erde, jedoch hauptsächlich eine weitläufige Ebene, wenige Berge und kaum Urwald. Der Park erstreckt sich über 9.065 km², das entspricht ca. 30 % der Gesamtfläche aller Parks in Kenia. Neben den „Big Five“ (Elefant, Nashorn, Leopard, Büffel, Löwe) und den bereits erwähnten Giraffen und Zebras leben hier auch Antilopen, Warzenschweine und Hyänen.

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Tsavo West Nationalpark – Elephant

In unserem Jeep hatten noch 8 weitere Personen Platz, wir waren jedoch nur 6 + Fahrer. Es gibt einige Camps mitten im Nationalpark, unseres war jedoch sicherlich eines der schönsten: SEVERIN SAFARI CAMP. Von der Restaurantterrasse hatte man einen herrlichen Blick auf den schneebedeckten Gipfel des Kilimandscharo. Auf dem Gelände erstreckten sich luxuriöse Safarizelte auf einem Steinfundament. Ich hatte das Glück ein Upgrade zu bekommen und so durfte ich im schönsten aller Zelte übernachten. Es war wirklich beeindruckend schön, nicht nur das Zelt, das ganze Camp und die Kulisse rund herum war wunderschön. Besonders abends wenn das Lagerfeuer brannte, man sich mit den Massai unterhielt, die das Camp bewachten und da es keinen Zaun gab war man von Tieren umringt. Besonders Antilopen, Giraffen und Zebras. Das war wirklich einmalig. Für den ein oder anderen sicherlich auch nachts gewöhnungsbedürftig, durch die Zeltwände konnte man viele ungewohnte Geräusche wahrnehmen. Ich fand es jedoch sehr entspannend!

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Severin Safari Camp

Wenn ich meine persönlichen Highlights nennen müsste, dann wären das die Massage im Spa des Camps und ein Champagner zum Sunset auf einem Hügel mit einem atemberaubenden Blick über den Nationalpark.

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Pool und Spa im Severin Safari Camp
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Sonnenuntergang mit Champagner

SANSIBAR

HOTEL & STRAND

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Sansibar

Von Mombasa ging es 40 Minuten per Flugzeug weiter nach Sansibar – die Gewürzinsel. Auch hier spricht man Swahili, also wurde ich bereits gewohnt mit „Jambo“ begrüßt, was so viel heißt wie Hallo. Bei der Einreise muss man 50 $ Visagebühr bezahlen. Mir viel gleich auf der Fahrt zum Hotel auf, dass kaum Frauen und wenn dann nur mit Kopftuch und einer langen Robe auf den Straßen zu sehen sind. Sansibar ist zu 99% muslimisch. 1964 hat es sich mit Tanganjika zum heute bekannten Tansania zusammengeschlossen.

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Ostküste Sansibar

Ich verbrachte 5 Tage im EMERALD DREAM of SANZIBAR Hotel an der Ostküste, ca. 45 Minuten von Old Town entfernt. Ein typisches Pärchen Hotel mit All Inclusive, nicht mein absolutes Lieblingshotel, aber für die kurze Zeit war es sehr praktisch. Das Hotel liegt direkt am Strand, auch hier gibt es starke Gezeiten, deswegen ist der Stand direkt am Hotel nicht besonders gut zum Baden geeignet, oder zumindest nicht für meinen Geschmack. Dafür hatten wir einen traumhaften Pool. Es gab ein Hauptrestaurant und verschiedene Spezialitätenrestaurants.

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Emerald Dream of Sanzibar Hotel

MNEMBA ATOLL

Mein Highlight auf Sansibar war zweifelsohne der Schnorchelausflug zum Mnemba Atoll, kurz vor der Ostküste Sansibars. Zuerst habe ich mich etwas gewundert, dass wir bei so warmen Temperaturen einen Neoprenanzug tragen sollen, später hatte ich es dann aber wertgeschätzt, bei einer knappen Stunde im Wasser wurde es dann doch irgendwann kühl. Auf einem Holzboot fuhren wir in Richtung Atoll und dann ging es ganz schnell: Delphine gesichtet, alle Flossen an, Maske mit Schnorchel auf und ins Wasser. Und so durfte ich etwas wirklich einmaliges erleben, ich durfte mit Delphinen schnorcheln! Das war wirklich beeindruckend, habe jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Danach ging es dann weiter zum eigentlichen Schnorchelplatz mit einer beeindruckenden Kulisse, wie im Film.

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Mnemba Atoll

STONE TOWN

Eigentlich wollte ich der von der UNESCO geschützten Hauptstadt der Insel in einem ganz besonderen Restaurant namens „Two Table“ essen. Ein Fahrer samt Wagen wurde gemietet, ich erkundete die verwinkelte Altstadt, den Gewürzmarkt, den Nachtmarkt und weiter ging es zur Adresse. Dort angekommen eröffnete man uns dann leider, dass wir mit der 6-jährigen Tochter des Gastgebers telefoniert hatten, die hat die Reservierung natürlich nicht weiter gegeben. Da es sich um kein richtiges Restaurant, sondern einen privaten Gastgeber handelt, der auf seinem Balkon zwei Tische für seine Gäste anbietet, gab es dann leider kein Dinner im Two Table Restaurant. Ich war sehr enttäuscht, ein Bekannter hat mi rdavon berichtet und auch sonst habe ich nur interessantes darüber gelesen. So bleibt mir nur eine Empfehlung ohne selbst sagen zu können ob es einen Besuch Wert ist. Für eine Reservierung kann man nur anrufen, versichert euch lieber ein zweites Mal, dass auch wirklich alles vorbereitet wird und ihr erwartet werdet. Die Schwester des Fahrere empfahl dann aber noch ein lokales Restaurant in der Stadt – das Lukmaan. Die Bestellung an der Theke erinnert an einen Döner Imbiss, nur dass es hier keine Schilder gab, die zur Auswahl bei der Bestellung beholfen hätten. Aber es gab eine Empfehlung von dem netten Herrn hinter der Theke und die war genau richtig. Umgerechnet haben wir für ein Sardinen Curry, ein Chicken Curry, eine Portion Reis und ein Fladenbrot ca. 8,- € bezahlt. Und ich war wieder einigermaßen glücklich trotzdem noch in den Genuss wirklich einheimischer Gerichte gekommen zu sein.

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Sardinen Curry im Lukmaan Restaurant Stone Town

FAZIT

Mein Herz schlägt nach dieser Reise eindeutig für Kenia. Sansibar ist traumhaft, allerdings hat es mich nach Kenia, nach den Menschen, die mich dort einfach in ihren Bann gezogen haben, nicht mehr so überzeugen können wie es Kenia getan hat. Sicher tue ich Sansibar ein wenig unrecht mit meiner Beurteilung, denn das was ich in Kenia mit den Safaris erlebt habe ist einfach nicht vergleichbar mit einer Insel, die für ihre Traumstrände und einfach ein Paradies im türkiesen Meer bekannt ist. Vielleicht ist es auch einfach eine Frage des Urlaubstyps – ich bevorzuge Kultur, Abenteuer, Menschen, Kulirnarik – und das überwiegt meinern Meinung nach in Kenia. Trotzdem ist Sansibar eine Reise wert, Kenia nur eben ein bisschen mehr!


NÜTZLICHE TIPPS

Kenia

Visum:

Online bei http://evisa.go.ke/evisa.html
51,- $Scan des Reisepasses, digitales Passbild (hier reicht auch ein selbst zugeschnittenes), Reisedetails (Reisepverlauf)
dauert ca. 1 Woche, Spamordner kontrollieren!

Währung:

Dollar oder Kenia-Schilling 1 EUR = 108 KES
Dollar mitnehmen oder vor Ort EUR in KES wechseln, bzw. am Geldautomaten abheben (Achtung, die Gebühren für Abhebungen sind sehr teuer – ca. 4 EUR je Abhebung)

 

SANSIBAR

Visum:

Bei Einreise
50,- $

Ausreisegebühr
50,- $

Währung:

Dollar oder Tansania-Schilling 1 EUR = 2.311 TZS
Dollar mitnehmen oder vor Ort EUR in TZS wechseln, bzw. am Geldautomaten abheben (Achtung, die Gebühren für Abhebungen sind sehr teuer – ca. 7 EUR je Abhebung)

 

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